16. März 2026

Die Oscars 2026 haben sich diesmal erstaunlich lebendig angefühlt

Was meint ihr? Bin ich mit der Meinung hier alleine? Erstmal hat sich die Oscar-Nacht für mich wie jede Oscar Nacht angefühlt. Ich sitz da, halb müde, mit einem Red Bull in der Hand und merke schon nach ein paar Minuten, hm hm, das war diesmal keine komplett verstaubte Gala. Vor allem, weil Conan O’Brien das Ganze offenbar wirklich mit einem wirklich geilen Schmäh und Timing getragen hat. Das ist bei so einer langen Preisverleihung ehrlich gesagt schon die halbe Miete.

Bei den Gewinnern hatte ich dieses Jahr öfter das Gefühl, ja, damit kann ich leben. Michael B. Jordan als bester Hauptdarsteller für Sinners hat für mich total gepasst. Gerade weil eine Doppelrolle so leicht nach technischem Trick aussehen kann und bei ihm anscheinend genau das Gegenteil passiert ist. Wenn man vergisst, dass da eigentlich ein Schauspieler zwei Figuren spielt, dann hat der Film was richtig gemacht. Und irgendwie freut mich sowas mehr als diese ganz offensichtlichen Prestige-Siege.

Auch Jessie Buckley als beste Hauptdarstellerin für Hamnet klingt für mich nach einer Wahl, über die man schwer raunzen kann. Ich mag es, wenn eine Performance nicht nur „groß“ ist, sondern auch nachwirkt. So eine Rolle, bei der man am nächsten Tag noch dran denkt, obwohl man eigendlich schon wieder beim Alltag ist.

Spannend fand ich auch, dass Sinners nicht nur schauspielerisch abgeräumt hat, sondern mit Autumn Durald Arkapaw auch den Kamera-Oscar geholt hat, als erste Frau überhaupt in dieser Kategorie. Solche Momente mag ich bei den Oscars fast am meisten, weil sie nicht nur geschniegelt wirken, sondern wirklich nach Veränderung.

Und dann natürlich One Battle After Another als bester Film. Großer Abräumer, politisch aufgeladen, bissl provokant, und genau deshalb wahrscheinlich so ein Sieg, über den man heute noch redet. Ich find das gut. Oscars dürfen ruhig auch mal Haltung zeigen, sonst bleibt eh nur Glitzer übrig. Ganz ohne Diskussion geht’s nie, aber diesmal war wenigstens Leben drin. Und das ist schon mehr, als ich von manchen Jahren behaupten kann.

Am Ende mag ich genau solche Oscar-Nächte. Nicht perfekt, aber wie immer interessant. Und ganz ehrlich, ein bissl Streitpotenzial gehört da eh dazu. Soda, jetzt aber bissi Schlaf nachholen!

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