25. August 2025

Was soll das, Nintendo? Game Key Cards sind kagge!

Aber so riiiiichtig kagge! Da freut mich sich dicke auf ein neues Spiel, hat schon das Cover im Kopf und dann liegt da im Regal nur so eine schnöde Plastikkarte mit einem Code drauf? Genau das ist mir letztens passiert. Ich stand da, vor dem Game-Regal, bereit, ein schönes Stück fürs Sammlerregal mitzunehmen und was krieg ich? Eine Game Key Card. Also keine Cartridge, nix zum Anfassen, nur ein Download-Code in einer Hülle, die aussieht, als wär sie für ein richtiges Spiel gedacht. Ich hab mich ehrlich veräppelt gefühlt.

Nintendo hat da gerade echt ein hausgemachtes Problem. Sie verlangen inzwischen Mondpreise für ihre Spiele, 90 Euro für Mario Kart World, 80 Euro für Donkey Kong Bananza und gleichzeitig bieten sie uns nicht mal mehr ein physisches Spiel an. Und nicht nur uns Spielern passt das nicht, auch andere Publisher finden die Preispolitik offenbar fragwürdig. Microsoft ist schon zurückgerudert, EA bleibt bei 70 Euro. Nur Nintendo hält sich weiter für die Premium-Marke, bei der der Kunde gefälligst schlucken soll.

Die Game Key Cards sind im Grunde der Gipfel der Sparmaßnahmen. Statt teurer 64-GB-Cartridges, die in der Herstellung rund 16 Dollar kosten, bekommen wir eben nur diesen Code auf einem Stück Plastik. Für die Hersteller ist das natürlich praktisch, für uns Sammler eine Katastrophe. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir in der Partner-Showcase praktisch nur noch solche Karten gesehen haben. Echte Cartridges? Fast Fehlanzeige. Nur Sonic Racers kommt wieder als Cartridge und das ist schon ein kleines Wunder.

Das erinnert mich fatal an die Nintendo-64-Ära, wo Cartridges teurer waren als CDs und Spiele deshalb schon damals teurer wirkten. Damals konnte man wenigstens noch mit Argumenten wie „keine Ladezeiten“ punkten. Heute, wo Third-Party-Spiele auf allen Konsolen laufen, wirkt so eine Strategie einfach weltfremd. Und das Schlimme: Die Leute merken es diesmal sofort. Wer eine Game Key Card in der Hand hält, weiß, dass er eigentlich nur einen Download kauft. Das nimmt dem Ganzen jeden Charme.

Das Traurige ist, Nintendo hätte es in der Hand, das Problem zu lösen. Würden mehr Hersteller 64-GB-Cartridges bestellen, könnten die Preise sinken. Aber keiner will ins Risiko gehen, wenn er nicht weiß, ob sich das Spiel so oft verkauft. Also bleibt man lieber bei der billigen Karte. Der Markt nimmt es nicht gut auf, Umfragen zeigen klar, dass die Fans unzufrieden sind. Nintendo scheint das zu merken. Erste Signale deuten darauf hin, dass sie vielleicht zurückrudern.

Und jetzt mal ehrlich: Wir reden hier nicht nur über ein Sammlerproblem, sondern über den Wert, den ein Produkt vermittelt. Wenn ich 80 oder 90 Euro zahle, will ich mehr als nur einen Code. Ich will etwas in der Hand halten, das nach Spiel aussieht, sich nach Spiel anfühlt.

Nintendo, hört auf, eure eigenen Fans vor den Kopf zu stoßen. Holt die Cartridges zurück, bevor ihr noch mehr Leute an PlayStation und Xbox verliert. Wir wollen keine Mogelpackungen, wir wollen Spiele. Richtig, auf Cartridge, wie es sich gehört.

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