Tag 2 des Jurybesuches

Ein Tag für Frühaufsteher. 6.30 Frühstück, 7.30 Morgenspaziergang auf der Planneralm. Bei angenehmer Temperatur und ohne Regen wurde der geführte Morgenspaziergang absolviert.
Um 8.45 war für die Jury Abfahrt in Richtung Donnersbach.
Fotos wie immer hier in unserer Online Galerie
Um 9.00 Uhr wurde die Europajury vor dem Vereinsgebäude von BGM Karl Lackner empfangen. Kindergartenkinder und Schulkinder mit den selbst gebastelten Flaggen der Heimatländer der Jurymitglieder, sowie Abordnungen der Vereine und Körperschaften und der Donnersbacher Bevölkerung haben unter den Klängen der Trachtenkapelle die Jury sehr herzlich empfangen.
Nach dem Empfang stand die Präsentation von Donnersbach im Jahrlauf im Probelokal der Musik auf dem Programm. Diese DVD wurde für die Jury in Englisch produziert. Mit großem Applaus der Jurymitglieder wurde die Präsentation beendet. Die deutsche Version wird in den nächsten Wochen mit einer Auflage von vorerst 500 Stück produziert und wird für alle Donnersbacher käuflich zu erwerben sein. Es ist dies sicher auch ein schönes Geschenk, da sich sehr viele Mitbewohner im Film wieder sehen werden.
Jury und Begleitung sind dann in die in ein Blumenmeer verwandelte Turnhalle der Volksschule übersiedelt, wo sich Donnersbach dr Jury präsentiert hat. Schulprojekte, Dorfentwicklung, Flächenwidmungsplan, Entwicklungskonzept und das Projekt „Betreutes Wohnen“ wurden der Jury präsentiert.
Nach dieser Vorstellung unsres Ortes begann die Bewertungstour die uns im Bus der Jury zur Ägydiuskirche geführt hat. Pater Bonifaz, Wallner Ernst als Hausherr und Christian Kalsberger als Pfleger dieses Juwels haben uns bereits erwartet. Die Jurymitglieder waren von diesem herrlichen Platz und von der Aussicht auf das Dorf fasziniert. Mit dem Bus ging es wieder in Richtung Ort, wobei der Bauernhof Kirg mit seinem schönen Blumenschmuck einen kurzen Stopp erfordert hat.
Ausgestiegen wurde dann bei Peter und Regina Schulli die ihr Haus und ihren Garten in gewohnt gastfreundlichen Art präsentierten und die Jury noch mit Zirbenschnaps und kleinen Happen gestärkt haben. Was die strengen Juroren besonders beeindruckt hat ist die Selbstverständlichkeit mit der die Familie Schulle alle Besucher durch ihren Garten führt und ihn für Jedermann offen hält.
Nach kurzer Fahrt sind wir bei unserm Kunstschmied Johann Schweiger angelangt, der bereits einen Rohling in bearbeitungsfähigem Zustand erhitzt hatte. In eindrucksvoller Weise konnte er der Jury sein Können im Klöppelschmieden vorführen. Als Glücksbringer erhielt jedes Jurymitglied ein kleines geschmiedetes Hufeisen.
Mit dem Panoramawagen von Alfred Gierer brachte uns Roland Kitzer hinauf zum Zachhof.
Mit herrlichem Ausblick auf den gesamten Erlsberg wurde der Jury die Land und Forstwirtschaft des Donnersbachtales erklärt. Ein herrliches Buffet der Donnersbacher Bäuerinnen war für die Stärkung zu Mittag aufgebaut. Da es während des Vortrages bereits leicht zu regnen begann, haben wir alle mit angegriffen und als der Vortrag unserer Dolmetscherin zu Ende war, waren Tische und Buffet bereits in der Scheune neben gut riechendem Heu, indem sich ganz junge Kätzchen tummelten, aufgebaut. Dieses Improvisationsvermögen und das blinde Verstehen des Teams hat die Jurymitglieder genau so fasziniert wie das für sie ungewöhnliche Ambiente in dem gespeist wurde. Nach dem Essen wurden in der Scheune die ersten Fotos vom „Donnersbacher Dirndl“ geschossen. Die ersten Trägerinnen dieser neu geschaffenen Tracht des Donnersbachtales tauchen möglicherweise mit unserem Gärtner Peter Fresner und dem italienischen Jurymitglied Jacopo Fontaneto im nächsten Jungbäuerinnenkalender auf. Das Mittagsbuffet haben die Damen und Herren der Jury derart genossen, dass wir hier einen Zeitrückstand produziert haben, den wir durch die Fahrt mit dem Panoramawagen durch den Ort wieder wettmachen konnten.
Von nun an war der Regen unser Begleiter auf der Besichtigungstour. Im Panoramawagen ging es vom Zachhof bis zum Friedhof. Der gepflegte Friedhof mit den vielen Blumen und schmiedeeisernen Grabkreuzen, gemischt mit Grabsteinen hat tiefen Eindruck hinterlassen. Zu Fuß ging es in die Kirche, wo Gerti Dankelmayr zum Empfang bereits die Orgel spielte. Willkommensgrüße von Alfred Stadler und Pater Bonifaz erfolgte eine Erklärung über das Entstehen unserer Kirche . Unter den Klängen der Orgel haben wir die Kirche verlassen und sind nach der alten Kirchenstrasse über Bucheder, Hammerhaus zum Forsthaus gegangen wo wir wieder den Panoramawagen bestiegen haben. Vom Regen geschützt mit freier Sicht nach allen Seiten ging es im Schritttempo durch den Ort. Auf der Fahr bis zur Freizeitanlage wurde der Jury die Bepflanzung und der Werdegang unseres Dorfes erklärt. Eine kurze Erklärung über die Errichtung der Freizeitanlage folgte noch eine Zusammenfassung über die Entstehung des Vereinsgebäudes. Sehr positiv wurde hier von der Jury vermerkt, dass drei örtliche Vereine hier so gut zusammenarbeiten und ein gemeinsames heim geschaffen haben.
Damit hatten wir unsere Tour geschafft und auch den vorgegebenen Zeitrahmen eingehalten.
Die Mitglieder der Jury zogen sich nun in das Musikheim zur Beratung zurück. Nach ausgiebiger Beratung und Auswertung der vielen schriftlichen Aufzeichnungen die sie fleißig gemacht haben wurden wir ins Musikheim gerufen. Nicht die Juryvorsitzende Monika Hetsch aus Österreich sondern ihr Stellvertreter Clive Addison brachte uns die Zusammenfassung der Jurymitglieder zu Gehör. Frau Hetsch wollte nicht den Eindruck entstehen lassen als Vorsitzende ihrem Heimatland Vorteile bei der Bewertung zu verschaffen. In gepflegtem, langsam gesprochenem Englisch hat Herr Addison die Eindrücke der Jurymitglieder während der Besichtigungstour und bei den einzelnen Stationen zusammen gefassst. Frau Hetsch hat die Ausführungen auf deutsch übersetzt. Unsere Gesichter wurden mit Fortdauer der Ausführungen immer freundlicher und entspannter, da auch bei größter Aufmerksamkeit keine negativen Bemerkungen herauszuhören waren. Es stellt sich für uns jetzt nur die Frage, ist Herr Addison einfach ein englischer Gentleman, der es nicht übers Herz bringt Kritik auszusprechen oder waren wir wirklich so gut. So manche Freudenträne ist auch bei Männeraugen herunter gekollert nachdem Mr. Clive Addison seinen Bericht beendet hatte.
Wir haben vom Start weg vor ziemlich genau einem Jahr, gewusst, dass wir mit den Konkurrenten was Geld, Machbarkeit, Expertenunterstützung und Aufwand betrifft uns nicht messen können und auch nicht messen wollen. Wir wollten immer nur das richtig präsentieren was wir bereits haben und was uns auszeichnet. Die Jury hat in den Tagen ihres Donnersbachaufenthaltes gespürt, dass ein ganzer Ort hinter dieser Bewerbung steht. Sie haben auch gefühlt dass unseren Ort die Qualität des Umganges miteinander auszeichnet. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Bevölkerung hat sie durch ihren Aufenthalt begleitet.
Die anschließende Pressekonferenz in der wunderschön geschmückten und mit aufgebauten Informationen und Fotos über Donnersbach dekorierten Halle haben wir so richtig genossen.
Das Galamenü im Sporthotel Reiter auf der Planneralm, dass von der Combo der Musikschule Gröbming musikalisch untermalt wurde war der krönende Abschluss eines langen und anstrengenden aber wunderschönen Tages. So wie sich die Musiker in den Dienst dieser Bewerbung gestellt haben, so taten es auch die Donnersbacher Jungköche, die nicht nur die Jurymitglieder sondern auch die anwesenden Sponsoren, Nachbarbürgermeister und Gemeindevertreter eingekocht haben. Ein großes Kompliment an Marc Zach, Florian Leitner, Reinhard Lackner, Thomas Kindler und für die Weinbegleitung an Johannes Lackner.
Als kulturellen Höhepunkt hat uns noch das Jurymitglied Eamon de Stafort aus Irland einen Song dargebracht
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