Die Ägydikirche 

Die alte Ägydikirche am IlgenbergHier liegen die geschichtlichen Wurzeln von Donnersbach

Das Donnersbachtal gehörte 1230 zur Pfarre Irdning. Erstmals wird die dem Hl. Ägydius (Patron der Kaufleute) geweihte Kirche 1357 erwähnt, sicher aber schon früher, wahrscheinlich im 13.Jahrhundert, in romanischem Stil erbaut. Die Fläche betrug ca. 150 m². Die Kirche war von West nach Ost gerichtet. Auf den Längsseiten waren je drei Fenster und auf der Dachmitte ein Türmchen.

Der Heilige Ägydius lebte um 700 und gründete das Benediktinerkloster in St.Gilles in Frankreich. Alle früheren Ägydiuskirchen, wie auch die Kirche am Ilgenberg, liegen an wichtigen Handelswegen und stehen jeweils am Ortsrand. Erst im 15. Jahrhundert wurde Ägydius ein Volksheiliger, als er in die Gruppe der „vierzehn Nothelfer“ aufgenommen wurde
Zur Baugeschichte der Kirche am Ilgenberg:

Die romanische Kirche: Die heute noch sichtbaren Bruchsteinmauern der Kirche stammen aus der Zeit der Romanik. Sie bilden mit den Fundamenten der Langhaus- und der Apsismauer einen für den romanischen Kirchenbau typischen einfachen Grundriss. Der Saalraum war mit einer hölzernen Flachdecke gedeckt.

Die gotische Kirche: Nach einem Brand kam es zur Erneuerung des Fußbodens und der Flachdecke bzw des Dachstuhles. An Stelle der Flachdecke wurde ein gotisches Steingewölbe eingezogen.sehenswertes_aegydi_03.jpg


Die barocke Kirche: Die Erneuerung Anfang des 18.Jahrhunderts betreffen den Fußboden und die Decke im Stil des Barock. Auch Fenster und Emporen werden verändert.

Als Donnersbach 1786 das Pfarrrecht erhielt, wurde ein Saal im Schloss zur neuen Pfarrkirche umgebaut. Die Inneneinrichtung der alten Kirche am Ilgenberg wurde teilweise dafür verwendet.

Das endgültige Ende der Kirche am Ilgenberg war gekommen.

 

Hier noch eine kleine Zeittafel der Entstehungsgeschichte

 

1519 wurde der Kirche in "donspach" ein Ablaß verliehen.
1526 wurden Kirchenschätze und Geld zu Staatszwecken entnommen.
1529
verkaufte der Kartäuserorden die Herrschaft und Kirche zu Donnersbach an Achatz Schrott. Dieser behielt sie bis 1617 unter seinen Schirm- u. Vogteirechten.
1771 beklagte Josef Paul Edler von Eggenwald, Hammerherr zu Donnersbach, daß sich in der Kirche nichts anderes als ein von Brettern zusammengebauter Altar befindet.
1786
Mit dem Einbau der Kirche im Schloß 1786 verlor die Kirche am Ilgenberg ihre Bedeutung vollständig und wurde somit dem beinahe vollständigen Verfall preisgegeben.
1788 fragte der Pfleger an, ob die alte Ägydiuskirche verkauft werden darf. Die Kirche wird an den Verweser Jacob Raab, die Dachschindeln und Latten an den Müllermeister Johann Stenitzer verkauft.
  In den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts wurde eine Säge eingebaut.
  Der Holzbau in der Kirche trägt eine Inschrift vom Dezember 1933. Später wurde der Innenraum als Geräteschuppen benutzt.
 

Im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes Donnersbach wurden in den Jahren 1998/99/2000 umfangreiche Ausgrabungen und Konservierungsarbeiten an diesem wertvollen Kulturdenkmal getätigt. Dabei wurde u.a. das Fundament eines Turmes freigelegt